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Text des Monats: Januar/Februar

 

      • Früher
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      • Als die Sommer noch Sommer waren
      • im Winter Eisblumen an den Fenstern blühten,
      • Äpfel noch nach Äpfeln schmeckten,
      • Butter aus deutschen Landen frisch auf den Tisch kam,
      • Fahrräder noch keine Bikes waren,
      • als die Mark noch zehn Groschen wert war,
      • und für 'nen Liter Benzin reichten fünf,
      • früher, als der Mond noch rund und romantisch war,
      • früher, kann ich dir sagen, das waren noch Zeiten.
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      • Weißt du noch, damals!
      • Vier Pfennige für ein Brötchen,
      • zehn Lutschbonbons bitte, in der Tüte,
      • und später dann, drei Zigaretten, Stück für Stück,
      • Mokri, Peter Stuyvesandt und HB,
      • die gibt’s heute noch,
      • aber Rauchen ist auch nicht mehr, was es mal war.
      • Überhaupt damals! Weiß noch wie heute,
      • dass die Tage länger waren,
      • der Winterschnee weißer,
      • und Persil blieb Persil.
      • Im Sommer Niveacreme fett auf die Haut,
      • Ozonloch und so, kannten wir nicht.
      • Überhaupt waren wir härter, damals,
      • bei 15 Grad, zack zack, in den Baggersee.
      • Von Mord und Totschlag war gar nicht die Rede.
      • Deutschland gehörte den Deutschen,
      • ein Spritzer Maggi in jegliches Essen,
      • nix Basilikum und mediterranes Gewürz,
      • von wegen Döner und Pizza,
      • ja doch, Maguerita und Cappriciosa war schon
      • und Tüteneis beim Italiener, ein Groschen die Kugel.
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      • Mann, waren das Zeiten! Zeiten war`n das!
      • Der erste Fernseher, schwarz weiß mit Geflimmer,
      • aber Deutschland war Weltmeister
      • und Eckel und Rahn und Fritz Walter,
      • die wurden Ehrenbüger, aber kaufen
      • konnten sie sich davon einen Dreck.
      • Nichts ist mehr so wie es war.
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      • Früher. Klar, war auch damals nicht alles in Ordnung,
      • Nazis und so, Notstandsgesetze und Demos,
      • Polizisten waren als Bullen verschrien
      • und dass sie mal mit dem Schlagstock
      • die Nerven verloren, das war nicht okay,
      • aber war’n schließlich auch nur Menschen.
      • Politik war auch damals schon schmutzig Geschäft,
      • aber die Filme war’n schöner, und die Musik,
      • wenn Fred Bertelmann sang, Catharina Valente,
      • ganz Paris träumt von der Liebe,
      • sang alles mit, das war Stimmung, gibt’s heute nicht mehr.
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      • Aber dafür geiles Superhigtechenergyfeeling.
      • Computer und Hochgeschwindigkeitszüge
      • Geldautomaten und Globalisierung,
      • Handys mit UMTS und TV
      • weltweite Communication,
      • Großraumjets und Minichips,
      • electronic ticketing,
      • Google, Yahoo und Bill Gates,
      • Microsoft, Apple und Windows Vista,
      • Dax und Stoxx, Devisenkurse,
      • der Dollar fällt, der Euro steigt,
      • die Deutsche Bank entlässt,
      • VW kauft sich bei KIA ein
      • und Pharmariesen fusionieren,
      • die Aktienkurse steigen.
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      • Was sitzt uns nicht heute alles im Nacken:
      • Ein Tiefschlag der Pisaschock,
      • Deutschlands Hoffnung wir immer dümmer.
      • Gesundheit kann man sich gar nicht mehr leisten.
      • Und die Renten?
      • Alles wird viel zu alt.
      • Ich schließ mich da ein. Wär’ Zeit zu sterben.
      • Stattdessen: Sitze breitbeinig im Lehnstuhl,
      • Hand in Hand über die Wampe gefaltet,
      • zähle Fliegenbeine und male mir aus,
      • was früher alles nicht war.

                

        

 


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